Es ist wohl eines der bekanntesten und meistgehassten Alltagsprobleme und - rätsel...von allen Ampeln im Land ist immer die rot vor der man gerade steht. Und dann auch noch so lange, dass man sich zwischenzeitlich fragt, ob sie vielleicht kaputt ist oder aber man vielleicht bis zu einer dieser mysteriösen Stellen vorfahren muss, bei denen die Ampel wie von Geisterhand sofort auf grün springt...ach gebe es so eine Stelle doch an jeder Ampel!
Aber zurück zum wesentlichen: Das wirklich seltsame ist ja, dass dieses Problem irgendwie von allen Autofahrern und weniger stark aber auch weniger beachtet von Radfahrern und Fußgängern so empfunden wird. Diese können ja wenigstens einen z.T. lustig gestalteten Knopf drücken können, der angeblich eine Grünphase bescheren soll, in den meisten Fällen aber höchstwahrscheinlich nur eine Ablenkung sein soll und dementsprechend wohl eher eine Attrappe ist! Im Ergebnis würde dies in jedem Fall bedeuten, dass praktisch alle Ampeln ewig lange und ständig nur rot und nur sehr kurz mal grün werden und das meist auch noch dann, wenn man gerade wegguckt... und schon geht das gehupe los!
Sind also die Ampeln wirklich öfter rot als grün...schaltet ein Konglomerat von ebenso auserwählten wie bösartigen Ampelmännern die Ampeln manuell und so dass sich möglichst viele darüber ärgern... oder stecken die Betreiber der öffentlichen Verkehrsmittel dahinter... Fragen über Fragen...
Die Lösung ist Gottseidank gar nicht weit und findet auch immer verbreitetere Anwendung... nein...nicht die immer grünen Ampeln im Land des fließenden Verkehrs, in dem volle Benzinkanister an den Bäumen wachsen und Getränke ans Auto gereicht werden... es ist der KREISVERKEHR, eine der spektakulärsten wie einfachsten Erfindung der modernen Verkehrstechnik... deshalb mein Plädoyer an dieser Stelle... für den Kreisverkehr im Sinne eines stressfreien und "immergrünen" Autofahrens...
Allerdings ist auch der Kreisverkehr nicht unproblematisch, worauf Helmut Schönberger (http://www.radtat.de/kreisverkehr.htm) hinweist:
" Betrachten wir das Für und Wider für die einzelnen Verkehrsarten näher: Für den umwegempfindlichen Fußgänger bedeuten sie längere Wege um den Kreisel herum, anstatt gerade über eine Kreuzung laufen zu können. ...die Zeit für das Warten vor dem Ampel wir allerdings gespart... Bei vielen wird außerdem auf jede Querungshilfe verzichtet, weder Zebrastreifen, noch Fußgängerampel bremsen den Autostrom. ...na das wäre ja noch schöner, langer Weg und noch ´ne Ampel... Die Sicherheit für Fußgänger nimmt also weiter ab.
Radfahrende könnten es gut haben. Je nach Anlage der Kreisverkehrsanlage überwiegen die Nachteile, wie sie auch für Fußgänger gelten, oder die Vorteile, die die Autos auch haben. Alle Nachteile haben die Radler, wenn ein benutzungspflichtiger Radweg ...so was gibt´s?... außen herum führt. Die radlerfreundliche Variante lässt das Velo (ah, le velo!) auf der Straße und hat Schutzstreifen bei den Zufahrten, damit das Fahrrad rechts an stehenden Autos vorbei nach vorne in den Kreis einfahren kann. Im Kreis rollt es mit den dort verhältnismäßig langsam fahrenden Autos auf der gemeinsamen Fahrbahn zu seiner Ausfahrt (Eine Illustration wäre hier hilfreich gewesen!).
Der schwankende Bus: Fahren Sie mal mit dem Bus durch einen Kreisverkehr: die Zeitungslektüre muss unterbrochen werden ...nein, oh mein Gott!... um sich mit den Augen an der Außenwelt ...also das Jenseits?!... festzuhalten, sonst wird Ihnen schlecht. So geht es jedenfalls mir. ...ooooch!... Ich meine es sollte reichen, wenn der Fahrer auf den Straßenverlauf achtet damit sich die Fahrgäste mit anderen Dingen beschäftigen können oder einfach ein Nickerchen machen können. Aber die Businsassen werden ab jetzt Geisel der kreiselwütigen Straßenplaner.
...mein Eindruck ist, Helmut Schönberger ist einer von den Ampelmännern...
Ein weiterer Ausweg ...wenn auch schwerlich umzusetzen, besteht darin, sich einfach seine eigene Ampelanlage mitzubringen.
Conrad bietet solche Anlagen recht preisgünstig an, vergisst aber darauf hinzuweisen, dass diese wohl kaum Rechtsverbindlichkeit besitzen, na egal, vielleicht zu Hause in der Einfahrt einbauen und sich jeden morgen beim Rausfahren aus der Garage über Grün freuen... da fängt der Tag doch schon gut an!