Jeder der im Ausland schon mal nach einem Handy gefragt hat oder davon gesprochen hat, wird festgestellt haben, dass fast nirgendwo verstanden wird, was man damit meint. Handy ist nämlich nur im deutschsprachigen Raum bekannt. Warum aber sagt man ausgerechnet hier Handy?
Etwa nur aus Mangel an Alternativen. Denn als die "Gesellschaft für dt. Sprache" 1996 einen Wettbewerb ausschrieb, um eine "solide" Alternative zum Begriff "Handy" zu finden, kamen nur noch seltsamere Begriffe zusammen.
Eine Auswahl aus den Vorschlägen: Anrufli, Calli, Foni, Mini, Mobi, Nervi, Rufli, Sacki, Schnelli, Speaki, Telli, Tragi, Blendy, Fony, Ohrly, Porty, Talky, Trendy, Walky. Dann hätten wir es mit Handy ja noch vermeintlich gut hinbekommen. Man stelle sich nur das Gelächter im Ausland vor, wenn man sein "Anrufli" verloren hat und das bei der Polizei meldet... Aber irgendwo muss das Wort ja herkommen, oder?!
Das Mobiltelefon hat im englischen die Bezeichnungen mobile phone (kurz mobile), cellphone, handphone oder auch cellular phone (kurz cellular). Eine ganze Menge Begriffe, aber Handy ist ist nicht darunter. Handy bedeutet soviel wie „handlich, praktisch, nützlich oder zur Hand“. Das Wort Handy wird tatsächlich nur im deutschen Sprachraum für die Bezeichnung des Mobiltelefons benutzt.
In England tauchte der Begriff „Handy“ als Produktbezeichnung schon Mitte der 70er Jahre auf und wurde von dem Begriff “hand-held-transceiver“ (Handsprechfunkgerät) abgeleitet.
In Deutschland tauchte der Begriff „Handy“ erstmals in den 80er Jahren auf, weit vor Einführung der Mobilfunkgeräte heutiger Bauart. Wie im englischen wurden auch in Deutschland zuerst kompakte Handsprechfunkgeräte als Handy bezeichnet.
1985 wurde eine von Sony produzierte Kamera mit eingebautem Videorecorder als „Handycam“ bezeichnet. Später wurden auch schnurlosen Telefone als „Home Handy“ bezeichnet.
In der Frühzeit der Mobiltelefone verwendeten die Hersteller zunächst Begriffe wie Handfunktelefon, Handheld-Telefon, Portables oder Porties. Erst in den 90er Jahren setzte sich dann in Deutschland der Begriff „Handy“ als Bezeichnung für Mobiltelefone durch.
Wer mit "Handy" unzufrieden ist, kann ja sich ja mal als echter internationaler Weltenbummler geben und ab und zu einfach mal einen anderen landestypischen Bezeichnungen benutzen. Für die wenigen unter euch, denen die Zeit fehlt extra um die Welt zu reisen, um alternative Bezeichnungen auszuschnappen, hier eine kleine Auswahl:
| Argentinien | In Argentinien sagt man meist "mobicom", eigentlich ein Markenname, wenn ich mich nicht irre, von der Telefonica Argentina. |
| Australien | Der englische (zumindest in Australien gebräuchliche) Ausdruck ist mobile phone. |
| Australien | mobile phone |
| Belgien | im flämischen Belgien: een gsm |
| Bulgarien | In Bulgarien heißen die Teile GSM-fon oder nur GSM, man beachte die Aussprache "dshie-es-em" wie im englischen. |
| Dänemark | mobiltelefon (etwas salopp - lies vulgär - ist mobil). |
| Deutschland | Handy, selten Mobiltelefon, noch seltener Funktelefon. Eine Unzahl von Spottnamen existieren. Sie reichen von "mobile Kommunikationseinheit" über "Wo-bist-Du-Kiste" und "Schnöselfon" bis hin zu "Potenzknochen" |
| England /GB | mobile phone, mobi, mobile |
| Esperanto | poshtelefono, posho = (Hosen-/Jacken-)Tasche, telefono = Telefon, |
| Finnland | Im Mutterland der Mobiltelefone: kännykkä, Kännykkä ist ein Warenzeichen von Nokia, aber in der Umgangssprache wird es oft gebraucht. Offiziell heißt es matkapuhelin im Finnischen. |
| Finnland | mathapuhelin, kannykka, halko |
| Frankreich | un téléphone portable, kurz un portable, wenn der Kontext klar ist. ...und in der Umgangssprache sogar le G....(ohne SM)..... |
| Frankreich | portable, mobile |
| Griechenland | Kinito, wobei die Betonung auf dem o liegt. |
| Griechenland | kinitó 'bewegliches' tilefono, kounitó 'lustiges' t., kintó |
| Irland | mobile, mobile phone |
| Italien | In Italien werden sie mobile (Betonung auf der ersten Silbe) oder Telefonino - "Telefönle" genannt, Il telefonino oder il cellulario. Auf italienischen Visitkarten findet man daher meist "cell." als Abkürzung vor der Handy-Nummer. Man sagt in der Umgangssprache ,,telefonino", Deminutivform zu ,,telefono", seltener ,,cellulare", substantiviertes Adjektiv für ,,telefono cellulare", wobei man darauf achten muss, dass bei uns der "cellulare" auch der Zellenwagen der Polizei ist. |
| Island | farsími, wörtlich "Ferndraht", eine eigens erdachte Neubildung |
| Japan | In Japan heissen sie Keitai Denwa (Aussprache Kehtei Daenwa). Keitai bedeutet "Bei sich tragen", und Denwa bedeutet "Telephon", also "Tragbares Telephon". [...] meist nur die Kurzform "keitai", also "tragbar". |
| Japan | ke-i ta-i |
| Kanada | Cell phone hier in Kanada |
| Makedonien | mobileu (telefon), mobilka |
| Neuseeland | mobile (phone), cellphone |
| Niederlande | In den Niederlanden: een mobieltje, GSM-metje |
| Norwegen | mobil (auf der ersten Silbe betont). |
| Polen | telefon komórkowy, kurz komórka, Genau übersetzt heißt das dann: telefon komorkowy = Zellentelefon und komorka = Zelle bzw. Abstellkammer. |
| Polen | telefon komórkowy, Handy, Komór(k)a, Komórka, Handy |
| Portugal | Telemóvel |
| Russland | mobil'nyj telefon ( l' lies wie weiches l) oder mobila mobilnik oder telefon sotowoj swjasi |
| Rußland | mobilnij / sotovij telefon, portativnij telefon |
| Schweden | Das Standardwort ist im Schwedischen mobiltelefon oder kurz mobil (mit Betonung auf der letzten Silbe)." |
| Schweiz | Bei uns in der Schweiz sagen wir den Handys nur Natels. Das kommt vom Wort "Nationales Autotelefon-Netz"; ein Netz, welches die schweizer Telecom (damals noch PTT) in den sechziger Jahren aufgebaut hat. Die ersten, klobigen tragbaren Telefone liefen dann auf einem Netz, welches "Natel B" hiess; die nächste Generation (bis ca. 1994, also bis kurz vor dem Boom) waren das "Natel C"-Netz, und nun sind wir beim "Natel D"-Netz angelangt. [...] inzwischen hört man auch Handy dauernd. Die Swisscom-Konkurrenten werden sich hüten, einen Markennamen von Swisscom zu verwenden. [...] "Handy" hatte es in der Schweiz wohl etwas schwerer, weil auch die Geschirrspülmittel-Eigenmarke von Migros (der grössten Detailhandelskette) so heisst. |
| Singapur | Hier in Singapur (und entsprechend auch in Malaysia etc) heissen Handies Handphone (HP oder H/P amgekürzt) oder auch Mobile Phone. |
| Spanien | el móvil. |
| Swahili | simu ya mkono (wörtlich: Handtelefon) (Und nebenbei: "haendi" heißt in Swahili: "es geht nicht", na ja, eigentlich nur für Lebewesen zu verwenden) |
| Tschechien | Mobil, Radiotelefon |
| Türkei | cep telefonu: Taschentelefon oder auch nur kurz: cep |
| Ukraine | In der Ukraine nennt man Handy "mobilka" |
| Ungarn | mobil (ganz ordentlich: mobiltelefon). |
| Ungarn | Mobiltelefon |
| USA | Im Amerikanischen: cellular, Am häufigsten verbreitet ist cell phone. Mobile phone war mal früher (80iger Jahre) gängig, sehr selten hört man es noch. Den Zungenbrecher cellular habe ich in meiner New Yorker Gegend noch nie gehört, aber es soll in Kalifornien verwendet werden. Dort wiederum ist man inzwischen auf die Kurzversion cell umgestiegen, wenn der Kontext klar ist, z.B. "Call me on my cell." |
| Venezuela | In Venezuela heißt es (jedenfalls 1999) definitiv "el (teléfono) celular" |